Das E-Business wächst weiter
Der Vertrieb von Waren und Dienstleistungen über das Internet wächst weiterhin in einem hohen Rhythmus. Das ist vor allem der Verbesserung der Zugänglichkeit, der Abwicklung und der Inhalte zu verdanken. Nach Schätzungen der Credit Suisse werden die Ausgaben, die weltweit übers Internet getätigt werden, von 170 Milliarden Dollar im vergangenen Jahr bis 2010 auf 263 Milliarden Dollar anwachsen.
Die Zahl der Internauten ist laut einer Erhebung der Firma comScore im März 2007 weltweit auf 763 Millionen angewachsen. Die Internetnutzer besuchten mehr als 2 Billionen Webseiten im März, das bedeutet einen Anstieg von 9 Prozent gegenüber dem Vormonat. Die USA und Europa sind nach wie vor die wichtigsten Online-Märkte, auch wenn die Regionen mit den höchsten Wachstumsraten Lateinamerika und der asiatisch-pazifische Raum sind. Nach einer Untersuchung von Price waterhouseCoopers (PwC) sollte
der Weltmarkt für Internetanschlüsse und Internetwerbung zwischen 2005 und 2010 jedes Jahr um 13 Prozent wachsen.
Breitbandanschlüsse als Katalysator
Die Internetbranche wird in den nächsten Jahren vom Rückgang des Marktanteils klassischer Wähl- zugunsten von Breitbandverbindungen profitieren. ?Das ungebrochene Wachstum bei den Breitbandverbindungen wird zum Katalysator für die gesamte Branche werden?, glaubt Heath Terry, Internetanalyst bei der Credit Suisse. ?Die immer günstigeren Breitbandverbindungen und die immer höheren Verbindungsgeschwindigkeiten werden die Nutzung des Internets und seiner einzelnen Dienste stark fördern?, fügt er hinzu. Bis 2010 wird der Anteil der Haushalte, die über einen Internetanschluss verfügen, 47 Prozent erreichen. 2001 waren es der PwC-Studie zufolge gerade einmal 17 Prozent, 2006 hingegen bereits 34 Prozent.
Suchmaschinen sind heute die am häufigsten besuchten Seiten. Kein Wunder, ist das Internet für viele Nutzer doch zur wichtigsten Informationsquelle geworden. Durch die ständige Verbesserung der Suchmaschinen wird die Attraktivi tät des Internets weiter steigen. Etwa 80 Prozent der Internetnutzer besuchen Suchmaschinen, wie eine Untersuchung von Nielsen//NetRatings ergab. Die Zahl der Suchanfragen erreicht weltweit gegenwärtig fast 22 Milliarden pro Monat. Davon entfallen fast zwei Drittel auf Google. Yahoo! hingegen hat nur einen Marktanteil von einem Fünftel. Da die Verbraucher mehr Zeit online verbringen, müssen ihnen die Werbetreiben den auch ins Internet folgen. Die Credit Suisse schätzt, dass die Ausgaben für Internetwerbung von 2005 auf 2006 um 35 Prozent auf 17 Milliarden Dollar gestiegen sind. Weltweit sollte die Internetwerbung PwC zufolge bis 2010 ein Volumen von 51,6 Milliarden Dollar erreichen. Auch der E-Commerce - darunter versteht man den Verkauf von Waren und Dienstleistungen übers Internet - wächst rasant. Das amerikanische Statistische Amt (Census Bureau) schätzt den Anteil der E-Commerce-Transaktionen auf 2,8 Prozent des gesamten Einzelhandelsumsatzes in den USA im Jahr 2006. Das sind 109 Milliarden Dollar.
E-Commerce wird salonfähig
?Das E-Commerce-Segment wies das stabilste Wachstum der gesamten Internetbranche auf. Die jährliche Rate betrug in den letzten vier Jahren fast 25 Prozent?, betont Heath Terry von der Credit Suisse. ?Wir sind überzeugt, dass wir der artige Wachstumsraten auch in Zukunft erleben werden, da die Verbraucher immer weniger Hemmungen haben, auch bedeutende Käufe online zu tätigen, und da zudem der Anteil der jüngeren Internetnutzer, die mit dem Web gross geworden sind, ansteigt. Firmen wie eBay, Amazon und klassische Einzelhändler mit einer starken Webpräsenz sollten von diesem Wachstum profitieren. Die E-Commerce-Titel sind mit dem 29-Fachen ihres für 2008 erwarteten Gewinns pro Aktie bewertet. Das stellt gegenüber der gesamten Internetbranche einen leichten Bewertungsaufschlag dar. Trotzdem halten wir angesichts der Wachstumsraten die Bewertungen dieser Unternehmen weiterhin für attraktiv?, so Terrys Fazit.