Fernando Alonso gewinnt verrücktes Rennen
Über mangelndes Spektakel konnten sich die Formel-1-Fans beim Rennen am Nürburgring wahrlich nicht beklagen. Schon in den ersten Runden ging es turbulent zu und her. Mit so einem Rennen hat im Vorfeld wohl niemand gerechnet.
Das berüchtigte Eiffelwetter hatte wieder einmal zugeschlagen. Der plötzlich eintretende Regenschauer hatte zur Folge, dass das Rennen zu einem der wohl verrücktesten Rennen der letzen Jahre wurde. Das Rennen hatte wirklich alles zu bieten was man sich von einem Formel-1-Rennen nur bieten kann.
Markus Winkelhock im Spyker-Ferrari schrieb Formel-1-Geschichte als er in der völlig chaotischen Anfangsphase einige Runden das Feld anführte. Doch alles der Reihe nach.
Kluger Schachzug von Spyker
Die Aufwärmrunde bestritten alle Fahrer noch mit der harten Trockemischung von Bridgestone. Am Himmel waren allerdings schon die ersten Regenwolken sichtbar, und deshalb entschloss man sich bei Spyker Winkelhock in den Service zu holen und auf Regenreifen umzusteigen. Der Deutsche jagte nun von der Bos aus dem Feld hinterher. Für ihn kein grosser Verlust, da er sowieso von hinten gestartet wäre.
Nun begann es wirklich zu regnen und der Reihe nach vielen Jenson Button, Hamilton, Adria Sutil und Nico Rosberg von der Strecke. Alle anderen Fahrer waren wegen des Regens derart langsam unterwegs, dass es Markus Winkelhock gelang sich mit seinem Auto an die Spitze des Feldes vorzuarbeiten. Dies wurde möglich als Kimi Räikkönen am Ende der ersten Runde die Box ansteuern wolle, und auf dem nassen Asphalt ins Rutschen geriet, auf die Strecke zurück schlidderte und eine weitere Runde drehen musste. Bis der Safety-Car eingesetzt wurde, hatte Winkelhock schon eine halbe Minute Vorsprung. Eine weitere spannende Szene war, als Hamilton nach seinem Ausritt ins Kiesbeet vom Kran wieder auf die Strecke gesetzt wurde, und weiterfahren konnte. Da er den Motor die ganze Zeit laufen gelassen hatte, durfte er dies. Aus Sicherheitsgründen musste die FIA nach vier Runden den Grand Prix unterbrechen, nachdem die Fahrer über unfahrbare Zustände geklagt haben. Aus Sicherheitsgründen, war dies der einzige vernünftige Entscheid.
Beim Neustart des Rennens waren Fünf Piloten bereits draussen. Es waren dies: Button, Sutil, Rosberg, Speed und Liuzzi. Lewis Hamilton war noch dabei, wenn auch mit einer Runde Rückstand. Immerhin konnte er in dieser Zwischenphase sein Auto wieder reparieren.
Hinter dem Safety-Car wurde dannach das Rennen wieder fortgeführt. Hamilton wurde am Safety-Car vorbei gewunken, da er ja noch eine Runde im Rückstand war. Der Engländer schloss sich allerdings nicht am Ende des Feldes wieder an sondern versuchte ein zweites Kunststück zu vollbringen. Er steuerte die Box an und wechselte auf Trockenreifen. Die Taktik ging allerdings nicht auf, und er drehte sich erneut. Dennoch war es wohl die richtige Entscheidung dieses Risiko einzugehen, denn wenn es ihm gelungen wäre ohne Dreher zu fahren, und die Strecke noch ein bisschen schneller abgetrocknet wäre, dann hätte er in jeder Runde viel Zeit aufgeholt. In der achten Runde ging dann der Safety-Car von der Strecke und die Führungskilometer von Winkelhock nahmen ein jähes Ende. Sein Auto hatten gegen die Spitzenteams keine Chance und er wurde eine Position nach der andern nach hinten durchgereicht. Als zehn Runden vor Schluss noch einmal Regenwolken den Himmel bedeckten wurde das Rennen noch mal so richtig spannend. Es gelang Fernando Alonso an Felipe Massa vorbei zu ziehen. Und so gewann der Spanier den kuriosen GP Europa.