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NATO - ein Kurzportrait

Die Nato wurde 1949 in Washington D.C durch einen Vertrag zwischen zwölf Staaten Westeuropas und Nordamerikas als Sicherheitsbündnis gegründet. Heute gehören ihr 26 Staaten an.

 

Die ursprünglichen Ziele der Nato

Die erklärten Ziele sind eine Zusammenarbeit auf politischem, militärischem und wirtschaftlichem Gebiet, mit der Absicht Frieden zu erhalten und Krisen zu bewältigen. Die Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen (UN) und der OSZE (Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa) soll dazu beitragen. In Friedenszeiten ist man darauf bedacht, eine Friedenssicherung vorzunehmen, man betreibt eine Rüstungszusammenarbeit, hat eine gemeinsame Infrastruktur und führt gemeinsame Übungen durch. Streitigkeiten zwischen den Mitgliedern dürfen nur friedlich beigelegt werden. Beim Angriff auf einen Mitgliedsstaat sind die anderen zum Beistand verpflichtet. Im Verteidigungsfall stehen die nationalen Streitkräfte unter einem gemeinsamen NATO-Oberkommando.

Die zivile Organisation der Nato

Der Nordatlantikrat NAC ist das höchste Konsultations- und Beschlussgremium, Staats- und Regierungschefs, oder deren Aussen- bzw. Verteidigungsminister treffen sich in der Regel zwei mal jährlich. Weiter gibt es einen Ständigen Rat, der aus Nato-Botschaftern in Brüssel zusammengesetzt ist. Weitere Hauptorgane sind der Ausschuss für Verteidigungsplanung, die Nukleare Planungsgruppe sowie die Nordatlantische Versammlung aus Parlamentariern aus den 26 Mitgliedstaaten, welche die Vorbereitung für nationale Parlamentsentscheidungen vornehmen. Ein Generalsekretär, zur Zeit Jaap de Hopp Scheffer, leitet das Generalsekretariat. Dieses beschäftigt rund 1400 Mitarbeitende. Im NATO-Hauptquartier finden insgesamt 3150 Vollzeitkräfte Beschäftigung.

Zur aktuellen Entwicklung

Die Nato macht zur Zeit radikale Veränderungen durch. Die Zeit des Kalten Krieges ist vorbei, und das Verteidigungsbündnis öffnet sich immer mehr seinen ehemaligen Gegnern. Im Mai 2003 wurde ein Kooperationsvertrag mit Russland geschlossen. Dieser macht Russland zu einem gleichwertigen Partner in Fragen der Bekämpfung von Proliferation (Weitergabe von Massenvernichtungswaffen) und Terrorismus. 1999 wurde die erste Osterweiterung durchgeführt (Polen, Tschechien, Ungarn), 2004 fand bereits die zweite Osterweiterung statt: Bulgarien, Estland, Lettland, Litauen, Rumänien, Slowakei und Slowenien wurden dabei Mitglieder der Nato. Diese Integration ehemaliger Mitglieder des Warschauer Paktes betrachtet Russland mit einem skeptischen Auge, zumal die Nato nun ihren Einfluss bis an die Grenzen Russlands vorgeschoben hat. Zu Differenzen kam es innerhalb der Nato in der Afghanistan-Frage, in der Washington auf die Nato verzichtete und gleichzeitig die Europäer dazu drängte, massiv aufzurüsten, damit diese überhaupt zu weltweiten Interventionen befähigt seien. Auch die Problematik einer bewaffneten Intervention im Irak führte innerhalb der Nato zu einer Zerreissprobe. Die EU bemüht sich um einen Aufbau einer eigenen Streitmacht, dies vor allem zur Bewältigung regionaler Krisen.

Wandel und Zukunft der Nato

Die Zeiten haben sich geändert. und die Nato muss diesen Veränderungen gerecht werden. Ihre Zukunft ist immer noch nicht gänzlich gelöst und darf ruhig als noch ungewiss bezeichnet werden. Das 21. Jahrhundert bringt neue Arten der Kriege mit sich, insbesondere den Terrorismus. Die Nato ist daran, Instrumente zu schaffen, diesen effizient zu bekämpfen. Noch gibt es eine Vielzahl von Skeptikern, welche die Nato als nicht mehr zeitgemäss und überflüssig erachten. Gerade im Zeitalter der Globalisierung ist es jedoch wichtig, einen gemeinsamen Nenner zu haben und mit einer breitgestützten Basis auf Ereignisse wie jenes vom 11. September reagieren zu können. Gelingt es der Nato, Reformen durchzuführen und sich den neuen Bedingungen anzupassen, so wird sie weiterhin ein Garant für den Frieden und ein gutes Mittel zur Bekämpfung der Bedrohung der heutigen Zeit sein.

Um die alten und neuen Ziele zu erreichen, gilt es für die Nato allerdings nicht nur, die inneren Spannungen zu überwinden und das Verhältnis zu Russland weiter zu verbessern, sondern gleichzeitig auch jenes zu China sowie zur arabisch-islamischen Welt. Das besondere Augenmerk der Nato gilt hier zunächst den (afrikanischen) Mittelmeer-Anrainerstaaten, soll dann aber auch in den Nahen Osten und in die Golfregion ausgedehnt werden.

Weitere Informationen:

Nato: (North Atlantic Treaty Organization / Nordatlantikpakt-Organisation / l'Organisation du Traité de l'Atlantique Nord (OTAN) /Organización del Tratado del Atlántico Norte (OTAN)

www.nato.int (auf englisch) 


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